Damian Brunold

Debian Netbook ohne X

2012-01-29 10:02 Linux

Manchmal möchte ich gerne im Zug ein bisschen arbeiten oder schreiben. Dazu habe ich einen Dell Notebook. Leider ist der relativ schwer. Seit längerem habe ich aber auch ein Acer Aspire One Netbook. Das würde sich ideal eignen von Grösse und Gewicht her. Bisher konnte ich es aber nicht nutzen, weil es leider den Intel GMA 500 Grafikchip hat und der ist im Linux Kernel nicht oder nicht gut unterstützt. Früher scheint ein guter Treiber existiert zu haben (poulsbo), der fiel weg (aber kommt scheinbar mit Linux 3.3 wieder verbessert rein).

Nun, dieser Zustand führte bei mir dazu, dass der Netbook herumlag und Staub ansammelte.

Jetzt habe ich einen neuen Anlauf genommen und mir gedacht, wieso ich überhaupt X benötige? Ich will ja nur ein bisschen in emacs schreiben und in Python programmieren. Das müsste doch mit reinem Textmodus möglich sein.

Gesagt getan. Ich nahm ein Debian 6 ISO image, schob es auf einen USB-Stick mit

dd if=debian6.iso of=/dev/sdd bs=4m; sync

steckte den Stick in den Netbook und startete diesen. Ich wählte die Basisinstallation ohne die "Desktop-Umgebung". Damit erhielt ich eine reine Textmodus-Installation.

Damit ich nicht auf 80x24 beschränkt bin, editierte ich noch /etc/default/grub und änderte

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet"

in

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet vga=0x318"

So habe ich eine angenehm kleine Schrift und entsprechend viel Text auf dem Bildschirm.

Nun habe ich eine schöne Arbeitsumgebung, die absolut auf die Basics beschränkt ist. Genau das gefällt mir. Nicht zuviel Schnickschnack. Konzentration auf das Wesentliche: git, emacs, python. Was braucht es mehr?

Ein bisschen muss ich schon noch warm werden mit dem neuen Setting. Zum Beispiel war ich anfangs unsicher, wie der Batteriestand ist. Bis ich herausfand dass es dafür das acpi Kommando gibt.

Zwei Sachen klappen noch nicht: Wlan und sleep/suspend/hibernate.

Das Wlan könnte ich, denke ich, noch hinkriegen, denn es ist ein Broadcom b43 chip drin. Der sollte eigentlich unterstützt sein. Oder man sollte ihn über ndiswrapper zum Laufen kriegen. Im Moment ist mir das nicht so wichtig, weil ich unterwegs kein Netz brauche und sowohl im Büro wie zuhause Zugriff aufs LAN habe.

Dass sleep/suspend/hibernate nicht richtig tut, ist ein bisschen blöder. Das Schlafen klappt noch, nicht aber das Aufwachen. Der Bildschirm wird nicht geweckt. Dafür gibt es einige Tricks, von denen ich ein paar schon ausprobiert habe, aber bisher ohne Erfolg. Nun, so fahre ich die Kiste halt jeweils runter. Booten und runterfahren ist sowieso blitzschnell, also ist es nicht tragisch. Aber es wäre schön wenn es klappen würde.